Geschwollene Knöchel am Abend, ein Spannungsgefühl in den Waden, Beine, die sich bleischwer anfühlen: Im Sommer kennen viele Menschen diese Beschwerden – Frauen häufiger als Männer, aber längst nicht nur sie. Der Grund liegt in der Arbeit unserer Venen, die bei Hitze deutlich erschwert wird.
Warum machen die Venen bei Hitze schlapp?
Die Venen transportieren das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen – gegen die Schwerkraft. Dabei helfen ihnen Venenklappen, die wie Rückschlagventile funktionieren, und die Muskelpumpe der Waden.
Bei Hitze weiten sich die Gefäße, damit der Körper Wärme abgeben kann. In erweiterten Venen schließen die Klappen jedoch weniger dicht – das Blut versackt leichter in den Beinen. Flüssigkeit tritt ins Gewebe über, die Beine schwellen an und fühlen sich schwer an. Langes Sitzen und Stehen verstärken den Effekt.
Wer ist besonders betroffen?
- Menschen mit Venenschwäche, Krampfadern oder Besenreisern
- Berufsgruppen, die viel stehen oder sitzen
- Schwangere – hormonelle Veränderungen und das wachsende Gewicht belasten die Venen
- Menschen mit Übergewicht
- Ältere Menschen, da das Bindegewebe mit den Jahren an Spannkraft verliert
- Wer familiär vorbelastet ist – Venenschwäche hat eine erbliche Komponente
Das können Sie selbst tun
Bewegung aktiviert die Muskelpumpe
Gehen, Radfahren, Schwimmen: Jede Aktivierung der Wadenmuskulatur unterstützt den Blutfluss. Auch kleine Übungen zwischendurch wirken – Zehenspitzenstand, Fußwippen oder Fußkreisen lassen sich fast überall einbauen. Als Faustregel gilt: lieber laufen und liegen als sitzen und stehen.
Beine hochlegen und kühlen
Mehrmals täglich die Beine über Herzhöhe lagern entlastet die Venen. Kühle Güsse von den Knöcheln aufwärts oder Wechselduschen regen zusätzlich die Gefäße an.
Ausreichend trinken
Ausreichendes Trinken unterstützt den Flüssigkeitshaushalt und hilft, Kreislauf und Durchblutung – vor allem bei Hitze – stabil zu halten.
Pflanzliche Unterstützung
Präparate mit Rosskastanienextrakt oder rotem Weinlaub werden traditionell bei Venenbeschwerden eingesetzt und können Spannungsgefühl und leichte Schwellungen bei chronischer Venenerkrankung lindern. Sie ersetzen jedoch keine Kompressionstherapie, können aber zur Entlastung vor allem im Sommer kombiniert werden. Welche Option für Sie geeignet ist, klären wir gerne im Beratungsgespräch.
Kompressionsstrümpfe – wirksamer als ihr Ruf
Moderne Kompressionsstrümpfe haben mit den Gummistrümpfen von früher nichts mehr zu tun. Sie üben einen definierten Druck auf das Bein aus, unterstützen die Venenklappen und verhindern das Versacken des Blutes. Entscheidend ist die individuelle Passform: Nur ein exakt vermessener Strumpf sitzt richtig und wirkt zuverlässig – gerade im Sommer gibt es zudem leichtere, atmungsaktive Qualitäten.
Diese Warnzeichen gehören in ärztliche Abklärung
Schwere Beine sind meist harmlos – in manchen Fällen steckt jedoch mehr dahinter. Suchen Sie zeitnah ärztliche Hilfe bei:
- plötzlicher, einseitiger Schwellung eines Beins
- Schmerzen, Spannungsgefühl oder Überwärmung in einer Wade
- bläulicher oder rötlicher Verfärbung der Haut