Ob eine Runde auf dem Federseesteg, eine Wanderung durchs Ried oder die Gartenarbeit hinterm Haus: Wer sich in unserer Region im Grünen bewegt, teilt sich den Lebensraum mit Zecken. Die kleinen Spinnentiere lauern in Gräsern, Büschen und am Wegesrand – und sie können Krankheitserreger übertragen. Mit dem richtigen Wissen lässt sich das Risiko jedoch deutlich senken.
Wo Zecken lauern – und wo nicht
Ein hartnäckiger Mythos zuerst: Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen. Sie sitzen in Bodennähe – in hohen Gräsern, Farnen, Büschen und Laub, meist bis etwa Hüfthöhe – und werden im Vorbeigehen abgestreift. Aktiv sind sie ungefähr von Frühjahr bis in den Herbst, bei milder Witterung auch darüber hinaus. Besonders wohl fühlen sie sich dort, wo es feucht und schattig ist: an Waldrändern, auf Wiesen, an Bachläufen – und eben auch in Gärten.
FSME und Borreliose – die zwei wichtigsten Risiken
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
FSME ist eine Viruserkrankung, die zu einer Entzündung von Hirnhäuten und Gehirn führen kann. Die Übertragung erfolgt beim Stich sehr schnell. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht – aber eine wirksame Schutzimpfung. Wichtig für uns vor Ort: Baden-Württemberg zählt nahezu flächendeckend zu den ausgewiesenen FSME-Risikogebieten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für Menschen, die in Risikogebieten leben oder sich dort in der Natur aufhalten.
Borreliose
Die Lyme-Borreliose wird durch Bakterien verursacht und ist deutlich häufiger als FSME. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung – früh erkannt lässt sie sich aber gut mit Antibiotika behandeln. Ein typisches, wenn auch nicht immer auftretendes Frühzeichen ist die Wanderröte: eine ringförmige Rötung, die sich Tage bis Wochen nach dem Stich um die Einstichstelle ausbreitet. Da die Übertragung der Bakterien meist erst nach mehreren Stunden Saugzeit erfolgt, zahlt sich schnelles Entfernen der Zecke doppelt aus.
So beugen Sie Zeckenstichen vor
- Kleidung Lange Ärmel und Hosen, Socken über die Hosenbeine gezogen – auf heller Kleidung sind Zecken zudem leichter zu entdecken.
- Wege nutzen Auf befestigten Wegen bleiben und hohes Gras, Gebüsch und Unterholz möglichst meiden.
- Repellentien Zeckenabweisende Mittel mit Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin bieten für einige Stunden Schutz – wir beraten Sie gerne, welches Produkt für Sie und Ihre Kinder geeignet ist.
- Absuchen Nach jedem Aufenthalt im Grünen den Körper gründlich absuchen. Zecken bevorzugen warme, dünne Hautstellen: Kniekehlen, Leisten, Achseln, Bauchnabel, Haaransatz – bei Kindern besonders Kopf und Nacken kontrollieren.
Zecke entdeckt – so entfernen Sie sie richtig
- Schnell handeln Je kürzer die Zecke saugt, desto geringer das FSME- und Borreliose-Risiko.
- Richtig greifen Mit Zeckenkarte, Zeckenpinzette oder feiner Pinzette hautnah ansetzen und die Zecke langsam und gerade herausziehen – nicht quetschen.
- Verzichten Sie auf Hausmittel Öl, Klebstoff oder Nagellack reizen das Tier und können die Erregerabgabe fördern.
- Nachsorgen Die Einstichstelle desinfizieren und in den folgenden Wochen beobachten. Markieren Sie die Stelle ruhig mit einem Stift und notieren Sie das Datum.
- Ärztlich abklären lassen Bei einer sich ausbreitenden Rötung, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder grippeähnlichen Beschwerden nach einem Stich bitte in die Arztpraxis.
Häufige Fragen zum Thema Zecken
Fazit
Zecken gehören in unserer Region zur Natur dazu – Panik ist nicht nötig, Achtsamkeit schon: geeignete Kleidung, Repellentien, gründliches Absuchen und im Fall des Falles schnelles, richtiges Entfernen. Wer viel draußen unterwegs ist, sollte zudem den eigenen FSME-Impfschutz prüfen.
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